Hallo mal wieder aus dem geschaetzte 45 Grad heissen Santa Cruz de la Sierra.
Als erstesmal moechte ich daraufhinweisen dass ich seit Tagen versuche hier Fotos hochzuladen es aber nicht schaffe. Deswegen nur das eine Bild.
ansonsten war ich dabei von meiner ersten kompletten Woche Santa Cruz zu erzaehlen.
Am Samstag war ich mit meiner Gastfamilie auf ihrem Landstueck eine Autostunde von Santa Cruz entfernt.
Je weiter man aus der Stadt herausfaehrt desto aermer wird es natuerlich bis irgendwann nurnoch vereinzelt ein paar Haeuser zu sehen sind.
Zu dem Stueck Land muss man eine unasphaltierte Strasse 10 kilometer entlangfahren, auf der einem teilweise Kuhherden oder riesige staubaufwirbelnde Lastwagen entgegenkommen und ab und zu tote Pferde bzw deren Skelette am Rand liegen.
Das Grundstueck ist riesig gross und wurde meiner Gastmutter und ihren 11 eigenen und 2 adoptierten Geschwistern von ihrem vater vererbt.
Sie hat dort als Kind jeden Tag Landwirtschaftliche arbeit geleistet in deren Geschmack ich dann auch kam.
Wir schleppten stundenlang insgesamt 300 Melonen. danach war ich absolut verschwitzt und eingestaubt, weiss allerdings mittlerweile wie man melonen erntet und woran man erkennt ob sie reif sind.
Anschliessend sind wir in ein Pueblo (aermliche kleine Orte auf dem Land) gefahren in das meine Gastmutter frueher taeglich zur Schule lief.
Dort assen wir typische Empanadas (gefuellte Teigtaschen) und tranken ein suessliches Maisgetraenk - nicht wirklich nach meinem Geschmack.
In dem Pueblo fahren die meisten Menschen mit Pferdekutschen herum, genauso die Mennoniten die dort ein Leben wie vor 300 jahren Leben.
Sie sind Nachkommen der Deutschen und reden altdeutsch aber ich war nicht sonderlich motiviert mit ihnen zu reden.
Sie tragen Latzhosen und Cowboyhuete, bzw lange baeurliche Kleider und Huete mit einem Tuch darueber, haben alle kaesige Haut und sehen aus als wuerden sie aus einer anderen Welt oder gerade vom Filmdreh kommen.
In Santa Cruz gibt es davon auch so einige.
Abends bin ich mit meinem Gastbruder Manuel und meinem Gastcousin Guido in eine Bar gegangen in der auch laute Lateinamerikanische Musik gespielt wird und wir haben vor allem Bier getrunken und Salsa und andere bolivianische Taenze getanzt.
Mit den beiden weggehen macht total viel Spass, habe ich am ersten Wochenende auchschon gemacht und was hier ganz angenehm ist ist, dass Maenner Frauen generell nicht bezahlen lassen und man sich Bierflaschen teilt bis sie leer sind und dann wird Nachschub geholt.
Sonntag waren die anderen deutschen frewilligen und ich bei einer Wahkampfrede von Evo Morales hier in Santa Cruz.
Ich kam zwar absolut verspaetet, aber es wurden noch stundenlang Reden von Indigenas (also sogenannten Ureinwohnern) auf Aymara oder Quechua, bzw auch auf Castellano gehalten und es wurden Indigena-Taenze aufgefuehrt.
Spaeter hat dann endlich Evo Morales selbst geredet. Es war toll ihr mal von so nahem zu sehen und ich konnte ihn sehr gut verstehen, da er als Politiker im Gegensatz zu fast allen anderen Bolivianern sehr deutlich spricht.
Er redete ueber den Erfolg, dass seit 4 Jahren erstmals ein indigener Praesident Bolivien regiert und dass so auch erstmals die Rechte der Indigenas beachtet werden und versucht wird sie besser zu integrieren.
Meine Gastfamilie war absolut entsetzt als sie hoerten ich wuerde mir die rede von Evo Morales anschauen gehen.
Ich wuerde mal sagen fast alle Cruceños (also die die hier leben) stehen ihm seeehr abgeneigt gegenueber, da Santa Cruz die reichste Stadt ist und hier im Oriente weniger Indigenas leben als im ocidente (Osten) und die Menschen hier angeblich seit Evo Morales Praesident ist zugunsten der Indigenas zurueckstecken muessen und ueberhaupt sind wie wohl immer absolut krumme Geschaefte mit Mord und Totschlag am Laufen. Das behaupten zumindest die meisten hier.
Aber generell gibt es, vielleicht vor allem seit E.M. Praesident ist, eine ziemliche Feindschaft wischen La Paz und Santa Cruz und viele wuenschen sich die Aufspaltung des Landes.
Anschliessend waren die weiblichen Freiwilligen auf der Plaza hinter der kathedrale auf einem handwerlicken markt des es hier jeden Sonntag gibt und wir haben uns mit Schmuck eingedeckt.
Die meisten wollten wissen wie es mir mit dem Spanisch ergeht:
soweit eigentlich ganz gut nur auf der Arbeit kann ich, wenn wir schonmal Aktivitaeten machen, kaum mitreden weil es eben vor allem um Organe, Aufklaerung und die verschiedenen verhuetungsmethoden geht. Ansonsten verstehe ich recht viel, aber vor allem eben alltaegliches.
Die Leute hier sprechen das S eigentlich gar nicht aus und nuscheln sowieso ein uebelstes Spanisch zusammen und mir ist aufgefallen dass ich das was ich in Brasilien nicht verstand weil ich die Woerter nicht kannte, ich jetzt nicht verstehe weil die Bolivianer so undeutlich reden.
Aber Donnerstag fange ich einen Kurs an, dann habe ich zweimal die Woche einen Kurs der insgesamt 5 Stunden die Woche geht. Ich kann den Kurs das ganze jahr lang machen und habe am Ende ein Zertifikat - wenn ich dir Pruefung bestehe.
Ansonsten kann der Alltag hier recht anstrengend sein.
Die Hitze ist zur Zeit wirklich seeehr stark und viele sind krank weil die Klimaanlagen immer uebelst runterkuehlen.
Meistens komme ich abends nassgeschwitzt heim, dusche und wache wieder klitschnass auf. Dabei macht es keinen Unterschied ob mein Fenster offen ist oder nicht, denn der abnormal (!!!) starke Wind ,der hier teilweise weht ,ist keine wirkliche Erfrischung.
Ansonsten werde ich egaaaal wann und wo ich hingehe staendig angeschaut.
Es heisst zwar immer dass es hier viel mehr "Weisse" und blonde gibt als im Rest des Landes aber trotzdem werde ich manchmal angeschaut als wuerde ich von einem anderen Planeten komme.
Auf der Arbeit bin ich ja shcon bekannt aber auf der Strasse, im Bus (den ich mindestens 4 mal tagelich nehmen muss) und ueberhaupt ueberall werde ich angeschaut, teilweise nicht gerade freundlich weil viele denken ich waere Amerikanerin die hier wohl nicht sehr beliebt sind.
Aber ansonsten sind die Menschen bisher suuuperlieb wenn man sie dann mal kennenlernt, auch wenn manche anfangs etwas reserviert sind.
Am schlimmsten ist dieser Spiessrutenlauf (wie Leona eine andere Frewiliige es richtig benannt hat) auf den Ramadas.
Das ist ein riiesiger Markt der sich direkt vor der Tuer des CIES Bueros durch viele Strassen zieht und ich habe mich schon oefters darin verlaufen.
Wenn man einmal weitgenug reinlaeuft hat man keine Ahnung mehr wo man ist, da man weder Himmel noch Haeuser sehen kann, weil von allen Staenden Plastikplanen herunterhaengen und die Staende so dicht aneinanderstehen dass man (auch aufgrund der bolivianischen gemuetlichkeit) kaum durchkommt.
Auf dem Ramadas gibt es eigentlich alles und vor allem auch guenstig zu kaufen.
Von Schuhen, Kleidung, Empanadas, Obst, Gemuese (generell essen), Tierfutter, Moebel oder PC und Fernsehzubehoer.
Ich laufe dort total gerne durch aber am liebsten in Begleitung von Benny, der mit mir bei CIES arbeitet, da es mir dann nicht so auffaellt dass ich aus jeder Ecke beobachtet werde.
Busfahren ist hier auch haeufig ein Abenteuer. Absolut toll ist, dass man alle Busse ueberall anhalten kann, also sich an irgendeine Strasse stelt und wartet bis einer Vorbeikommt. Egal wie lange man durch die Stadt faehrt bezahlt man als Student nur einen Bolivianer, was rund 10 Cent sind.
Abends und Morgends muss man sehr auf seine Sachen aufpassen, das die Busfahrer die Busse so voll laden bis wirklich gar nichts mehr geht und mir haeufiger von Diebstahl in Bussen bzw beim Ausstief erzaehlt wurde.
Die Orientierung faellt mir als absolut orientierungslosem Menschen sehr schwer, da immer gesagt wird dass rund 5 Busse zu dem gewuenschten Ziel fahren, aber eben natuerlich nicht alle in die selbe Strasse so dass ich schon haeufier auf dem Weg zur Arbeit mitten in den ramadas ausgesetzt wurde und mich verlief so dass ich 40 Minuten zu spaet zur arbeit kam (was hier allerdings kein Problem ist. wenn ich ab 3 uhr arbeiten soll, gehe ich kurz nach 3 solangsam zur strasse um auf einen bus zu warten.
Ausserdem ist die gesamte Stadt in Ringe aufgebaut, also ist es einfach wenn man weiss in welchem Ring man sich befindet bzw welcher Bus an welchem Ring langfaehrt - weiss ich natuerlich fast nie.
Also frage ich immer mindestens 2 personen welche Linien zu meinem Wunschziel fahren, weil mir mindestens 3 genannt werden aber eben nicht alle wirklich dort ankommen.
Ausserdem wird sich hier nicht mit Strassennahmen sondern mit Hausern, Strassenecken oder vor allem Denkmaelern orientiert.
Das heisst der Bus- oder Taxifahrer hat meistens keine Ahnung wo ich hinwill wenn ich ihm eine Strasse oder Adresse sage, da muss man schon kreativ sein und sich auskennen.
martes, 6 de octubre de 2009
viernes, 2 de octubre de 2009
Meine erste Woche Santa Cruz
Meine erste Woche hier in Santa Cruz kam mir ewig lange vor und ich hab auch so einiges gemacht.
Zu erstmal zu meiner Arbeit:
Meine Organisation heisst CIES und ich arbeite in dem Teil der Jugendlichen, da es bei CIES ein ganzes Gesundheitszentrum, Aufklaerungsteil, 24 Stunden Krankenstation, Impfstation und vieles mehr gibt.
Ich arbeite taeglich von 8 bis 12 und von 3 bis um 7 und wohne relativ nah am CIES so dass ich mit dem Bus immer nur 5 Minuten fahren kann und zum Mittagessen nach hause fahre.
Bisher musste ich noch nicht viel machen, jedoch macht hier zur Zeit keiner so wirklich viel auf der Arbeit, anscheinend gibt es nicht viel.
Bei CIES arbeitet ausserdem Benny, allerdings in einem anderen jedoch aehnlichen Projekt.
Gestern musste ich jedoch ziemlich mithelfen, da wir eine Art Aufklaerungsmesse an einer Schule gemacht haben. Die Aktivitaeten werden alle von Jugendlichen organisiert und durchgefuehrt.
Wir haben verschiedene Staende waehrend der pause aufgebaut und Spiele gespielt und wer wollte konnte mitmachen. Jedoch war es fuer mich natuerlich sehr schwierig Fragen auf Spanisch zu beantworten da ich keiner der begriffe aus meinem Alltagsvokabular kenne.
Die Themengebiete ueber die wir vor allem reden sind "Familienplanung"-sprich Verhuetung, HIV und Aids, Gesundheit (vor allem fuer Schwangere und Kinder) und Menschenrechte (vor allem die der Frauen, also Recht auf eigene Lebensplanung, auf Bildung bezogen auf adequate Aufklaerung und das Recht ueber sich selbst zu bestimmen) - alles sehr interessant.
Ansonsten habe ich Abends nach der Arbeit bisher vieles mit den anderen Deutschen Freiwilligen gemacht - wir sind insgesamt 10 Deutsche hier.
Wir waren oefters an der Plaza de 24. septiembre (siehe Foto oben mit der Kathedrale) etwas trinken (dort gibt es auch oefters Touristen bzw Auslaender was man sonst nicht so oft sieht) und haben dort etwas getrunken.
Mittwoch waren wir auf einem Konzert der deutschen Band Voltaire die es hier im Deutschen Institut gab, sie machen gerade eine lateinamerikatour.
den Rest muss ich dann schreiben, muss mittagessen gehen. bai bai
Zu erstmal zu meiner Arbeit:
Meine Organisation heisst CIES und ich arbeite in dem Teil der Jugendlichen, da es bei CIES ein ganzes Gesundheitszentrum, Aufklaerungsteil, 24 Stunden Krankenstation, Impfstation und vieles mehr gibt.
Ich arbeite taeglich von 8 bis 12 und von 3 bis um 7 und wohne relativ nah am CIES so dass ich mit dem Bus immer nur 5 Minuten fahren kann und zum Mittagessen nach hause fahre.
Bisher musste ich noch nicht viel machen, jedoch macht hier zur Zeit keiner so wirklich viel auf der Arbeit, anscheinend gibt es nicht viel.
Bei CIES arbeitet ausserdem Benny, allerdings in einem anderen jedoch aehnlichen Projekt.
Gestern musste ich jedoch ziemlich mithelfen, da wir eine Art Aufklaerungsmesse an einer Schule gemacht haben. Die Aktivitaeten werden alle von Jugendlichen organisiert und durchgefuehrt.
Wir haben verschiedene Staende waehrend der pause aufgebaut und Spiele gespielt und wer wollte konnte mitmachen. Jedoch war es fuer mich natuerlich sehr schwierig Fragen auf Spanisch zu beantworten da ich keiner der begriffe aus meinem Alltagsvokabular kenne.
Die Themengebiete ueber die wir vor allem reden sind "Familienplanung"-sprich Verhuetung, HIV und Aids, Gesundheit (vor allem fuer Schwangere und Kinder) und Menschenrechte (vor allem die der Frauen, also Recht auf eigene Lebensplanung, auf Bildung bezogen auf adequate Aufklaerung und das Recht ueber sich selbst zu bestimmen) - alles sehr interessant.
Ansonsten habe ich Abends nach der Arbeit bisher vieles mit den anderen Deutschen Freiwilligen gemacht - wir sind insgesamt 10 Deutsche hier.
Wir waren oefters an der Plaza de 24. septiembre (siehe Foto oben mit der Kathedrale) etwas trinken (dort gibt es auch oefters Touristen bzw Auslaender was man sonst nicht so oft sieht) und haben dort etwas getrunken.
Mittwoch waren wir auf einem Konzert der deutschen Band Voltaire die es hier im Deutschen Institut gab, sie machen gerade eine lateinamerikatour.
den Rest muss ich dann schreiben, muss mittagessen gehen. bai bai
Suscribirse a:
Entradas (Atom)
