An einem Dezemberwochenende fuhren Benny, eine Freundin die freiwillig mit uns im CIES arbeitet und ich mit dem Bus nach La Paz.
Wir hatten in Santa Cruz an einem Seminar verschiedener Freiwilligen-Organisationen Boliviens teilgenommen und sollten FReitag und Samstag das CIES auf einer kleinen Messe in La Paz vertreten.
Wir fuhren Donnerstag Nachmittag gegen 5 los und sollten Freitag morgen gegen 10 uhr ankommen, jedoch gab es durch starke Regenfaelle auf der Strecke anscheinend in beiden Richtungen Erdrutsche und so standen wir stundenlang mit dem Bus mitten im Regenwald und manche Bolivianer sagten so hilfeiche Dinge wie dass es das letzte Mal zwei Wochen gedauert haette bis jemand alles weggeschaufelt hatte und alle Leute mussten zu Fuss nach La Paz- war vielleicht etwas uebertrieben, aber mir war es auf der Fahrt ziemlich schlecht geworden je hoeher wir fuhren und ich musste mich uebergeben, so dass ich nach dem halkben Tag ordentlich Hunger hatte aber im Regenwald gabs keine Obststaende.
Jedenfalls kamen wir dann doch nach 25 anstatt nach 16 stunden Fahrt in La Paz an.
Wir trafen uns mit anderen Freiwilligen und nahmen also am Samstag an der Messe teil.
Nachmittags ging ich mit Freiwilligen aus La Paz in die Calle Sagánaga - dort gibt es alles von bunt gemusterten Tuechern, Kissen, Kleidung, Lamafell Kleidung, Socken, Taschen, Coca-Blatt-Ohrringe und viel Touristen-Krams.
Benny und ich hatten noch Montag und Dienstag frei und fuhren Sonntag mit dem Bus drei Stundenlang in das kleine Dorf Copacabana.
Da ich in La Paz heftigst die Hoehenkrankheit hatte (Mit Uebergeben, Kopfweh, Durchfall, Appetit- und Hungerlosigkeit etc.) war ich ziemlich muede und schlief ein.
Als ich wach wurde konnte ich es kaum glauben - da war tatsaechlich ploetzlich ganz viel Wasser und Lamas!! Der Titicacasee! und Lamas!
Benny schlief auch und als ich ihn sofort darauf weckte glaubte er mir es nicht, da wir die naechste Stunde nur noch an wuscheligen Eseln, Schafen und Kuehen vorbeifuhren und auch ich glaubte mich getaeuscht zu haben.
In Copacabana nahmen wir sofort eines der Boote und fuhren eineinhalb Stundenlang ueber den Himmelblauen See mit den schneebedeckten Andengipfeln im Hintergrund in Richtung Isla del Sol.
Wir kamen Mittags an der Suedseite der Insel an. Eigentlich besichtigt man die Insel zwei tage lang, wir hatten aber nur einen Tag und verpassten leider das letzte Boot zur Nordseite auf der es angeblich noch mehr zu sehen gibt!
Als wir mit unserem Boot ankamen standen am "Strand" der Isla del Sol viele Esel und Lamas die bis zum Abend nach und nach alle die steilen Berg der sofort hinter dem Strand hochstiegen, vollbepackt mit Essen und Getraenken fuer Inselbewohner, also das Pueblo, und fuer die vielen Touristen.
Auf der Suedseite der Isla del Sol gibt es wie gesagt nur die unspektakulaere Fuente del Inca (Inkaquelle), 3 Metallrohre die aus einer Betonwand mit Grafitti besprueht kommen, der Escalera del Inca (Inkatreppe) die sehr schoen ist wir aber nicht genau wissen wir alt sie ist oder warum genau sie so heisst und ein paar Ruinen die allerdings geschossen waren.
Die Hoehe machte Benny und mir wie noch nie zu schaffen, zu starker Uebelkeit, Kopfweh und Durchfall kam noch eine unbeschreibliche Kraftlosigkeit durch die ich am Abend kaum noch schaffte eine einfache Treppe hochzusteigen - allerdings hatte ich mich auch geweigert jegliche Medikamente vorher zu nehmen, da bei meinem ersten Altiplano Aufenthalt alles gut ging.
Es gibt naemlich die bei allen Freiwlligen sehr bekannten und beliebten Sorochi-Pills. Gibt es ueberall zu kaufen und sollte man vor jeder Hochland Reise schon mehrfach nehmen.
Die sind wohl ziemlich stark (bestimmt mit Coca) aber helfen wirklich und ohne die braucht man einfach Tage lang um sich an die Hoehe zu gewoehnen (angeblich nsgesamt 2 Monate).
Aber auch ohne Sorochi-Pills hatten Benny und ich einen waahnsinnigen Ausblick von unserem "Zimmer" (Wir hatten keine Kraft mehr unsere Rucksaecke in ein Hostal hoeher am Berg zu tragen und mieteten uns fuer einen Euro in ein voll belegtes Hostal ein und bekamen 2 Matrazen auf den Boden eines nicht fertig tapezierten Zimmers-war ganz gut nur war Abends eine riesige Spinne im Zimmer-weiss nicht warum es die hier sogar in der Kaelte gibt).
Wir assen Fisch (das einzige was ich die 5 Tage bei mir behielt - ich kam schlankstens wieder heim:), sahen den See, die Anden und es war totaaal schoen!
Als wir die Escalera del Inca am fruehen Nachmittag hochliefen begegneten wir ein paar Maedchen die alle unter 10 Jahre alt waren und unterhielten uns etwas mit ihnen.
Sie versuchten mir etwa eine halbe Stunde ein Fingerspiel beizubringen und lachten sich tot darueber dass ich es nicht verstand.
Was sie aber wohl nicht ganz verstanden hatten war, dass ich mit ihnen nur auf spanisch redete, sie mir das Spiel aber wohl auf Quechua oder Aymara beibrigen wollten und sich das in meinen Ohren nach chinesisch oder Aehnlichem anhoerte.
Als ich es aufgab (haaanchiii oder gooosuuuu zu sagen und meine Finger, die mit irgendwelchen Blaettern belegt wurden, zu verknoten ohne den Sinn zu verstehen) kugelten sich die Kinder lachend durchs Gras und Benny und ich versuchten weiter drei Stufen hochzugehen und dann wider 10 minuten auszuruhen.
Am naechsten Morgen fuhren wir im Boot zusammen mit (zum ersten mal fuer uns in Bolivien) vielen Touristen zurueck nach Copacabana (uebrigens wurde der Strand in Rio nach diesem Dorf benannt, da es dort eine schoene Kirche gibt, zu Ehren der Jungfrau von Copacabana die dort irgendwann mal erschien) und besichtigten die touristische Stadt in der wir nur die Kirche als sehenswert empfanden.
Dann ging es wieder in fast zweitaegiger Reise zurueck nach Santa Cruz.
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